Weitere Originalquellen zu Altstraßen (auszugsweise)

Der Obergermanisch-Raetische Limes des Roemerreiches (ORL)

Deutsche Reichs-Limeskommission, Oscar von Sarwey, Felix Hettner, Ernst Fabricius, Friedrich Leonhard
Verlag von O. Petters, 1894

Seite: 20 Strasse Kapersburg - Ober-Florstadt Eine Folge der hadrianischen Reformen, der Verlegung der Truppen an den Limes selbst, war es, dass nun Strassen zwischen den einzelnen Grenzkastellen gebaut werden mussten, und zwar nicht nur dem Limes entlang, sondern auch quer durch die Wetterau zur Verbindung der sich gegenüberliegenden Kastelle. Der die Kapersburg und Ober-Florstadt verbindende Straßenzug ist heute noch an vielen Stellen begangen. ... Er benutzt zunächst 3,5km weit die Anfangsstrecke der Strasse Kapersburg-Friedberg und schlägt dann, der Nordgrenze der Rosbacher Gemarkung entlang ziehend, eine mehr östliche Richtung ein. Wo er den Wald verlässt, liegen östlich von ihm zwei römische Niederlassungen, eine beim Oberstrassheimer Hof, wo gestempelte Ziegel der 22. Legion und der Damaszenerkohorte gefunden worden sind, und eine weiter südöstlich auf den "Am Hof" genannten Äckern. Die Strasse läuft weiter durch die „Wehrheimer Hohl", den sie fortsetzenden „Grünen Weg" und die „Wingertsgasse", die teilweise noch jetzt (früher auf grössere ... Am „Galgenkopf" überschreitet er die Weinstrasse und zieht dann dauernd in westlicher Richtung über Forsthaus Winterstein nach dem kleinen Kastell Kaisergrube am Pfählgraben.

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Nördlich von Seulberg führt sie nicht ganz 200 m an der Hunburg vorbei, dem Herrenhaus eines römischne Landgutes, das H. Jacobi 1920 ausgegraben hat. Nördlich von Holzhausen läßt Wolff die Straße in die vorrömische Mainzer- oder Weinstraße (s.u. unter D 7) übergehen, mit der sie nach Butzbach geführt haben würde. Er betrachtet ihren genau geradlinigen Bau überhaupt als römischen Ersatz jenes Völkerweges. Denkt man sich jedoch unsere Straße über die Weinstraße hinaus in gerader Linie verlängert, so trifft sie in Nieder-Rosbach auf eine nach Friedberg führende Römerstraße, die wieder genau in der vom Hof Hausen ab eingehaltenen Richtung verläuft ...

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Unter dem Namen alte Poststraße zog früher von der Altstadt Höchst eine ihrem Ursprunge nach vorrömische, aber von den Römern anscheinend gerade ausgebaute Straße über Soden nach Königstein und weiter, die Biegungen der heutigen Landstraße vermeidend, einerseits als Alte Straße bis in die Nähe von Glashütten, wo sie den Limes bei dem Kleinkastell Maisel (Wp 30), überschritt, und andererseits unter dem Namen Hühnerstraße nach dem Roten Kreuz (Wp 45) 500 westlich des Feldbergkastells. Mit diesem könnte sie durch eine Abzweigung von Königstein her über den Fuchstanz verbunden gewesen sein. Die Hühnerstraße setzt sich über den Hühnerberg bei Nieder-Reifenberg auf den Höhen zwischen den Tälern der Ems und der Weil nach Nordnordwesten fort und wird die Lahn im Limburger Becken erreicht haben (vgl. Wolff Südl. Wetterau

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Der Lindenweg nach der Saalburg.

Von dem an der Niddamündung zu vermutenden älteren Kastell und dem Mainübergang scheint eine Straße ausgegangen zu sein, die in nordnordöstlicher Richtung zum Übergange der Zeil über den Sulzbach lief. Ein 1 km langer, gerader, teilweise Gemarkungsgrenze bildender Feldweg wird als Rest dieser Straße angesehen. Von dem Sulzbach-Übergang scheint sie gerade nach der Saalburg gelaufen zu sein. Denn ein von L. Jacobi nachgewiesener, vielleicht ursprünglich schon vorrömischer Weg, der 2,7 km lange Lindenweg bei der Saalburg, fällt genau in ihre Richtung. Auf der 13,5 km langen Lücke zwischen den beiden als zusammengehörig angegebenen Stücken finden sich weitere Anhaltspunkte: Die Flurnamen Am steinernen Kreuz westlich von Eschborn und An der Linde nordöstlich von Nieder-Höchstadt. Zusammen mit der Elisabethenstraße (A3) bildete der Lindenweg die beste Verbindung der Saalburg mit Mainz.

Die Weinstraße nach der Hessischen Senke bei Kastell Butzbach.

Von Höchst, ihrem vermutlichen Ausgangspunkt, wo sie wahrscheinlich an eine alte, von Mainz her kommende Straße (so unter Nr. 3) anschloß, führte eine in die Steinzeit zurückreichende Völkerstraße über die flache Abdachung des Taunus und durch die hessische Senke nach der Lahn und weiter in das Wesergebiet1). Vom Urselbach bei Weißkirchen ab ist sie große Strecken weit als breiter Feld- oder Waldweg erhalten und heißt noch heute, je nach der Richtung, die man im Sinne hat, Mainzer-, Alte Butzbacher- und Wetzlarer Straße, auch Stein-, allgemein aber Weinstraße. ... Weiterhin zog die Weinstraße etwas westlich von der heutigen Landstraße zu dem Südende von Ober-Rosbach, östlich um das Dorf herum und weiterhin wohl-

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Auf der Kartenbeilage zu Abt. B Nr. 26 Kastell Friedberg ist die Weinstraße bei Ober-Rosbach nicht ganz richtig angegeben. Nach einer Mitteilung von K. Th. Ch. Müller kam sie von Holzhausen her scharf nordöstlich zum Forsthaus Beinhards herauf (alte Rinne südlich vom Forsthaus). Sie zieht dann unmittelbar vom Hof aus 300 m als schnurgerade, über 20 m breite Mulde, beiderseits mit Apfelbäumen bepflanzt, bis zur Gemarkungsgrenze bei Ober-Rosbach. Hier stecken in dem Winkel, den die Straße mit der Grenze bildet, die Fundamente eines römischen Gebäudes, die, weil sie das Ackern mit dem Dampfpflug störten, 1904 herausgebrochen wurden. Über 20 Wagen meist schon behauener Steine lieferten erwünschtes Baumaterial zu dem damals neu erbauten Hofhaus. Das Gebäude ist in einem Weistum von Ober-Rosbach aus dem Jahre 1482 erwähnt (Staatsarchiv Darmstadt, Salbuch des Kr. Friedberg: ... an das Bein hartzer Gericht außen, bis aus den weißen Stein, an den Koppel, von da aus dem Stein bei dem kleinen Wäldchen, dann bis zu dem Steinhaus bei dem Beinhards, um die anwanden (d.h. die Ober-Rosbacher Grenze) bis an die Capersburg. ...

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erhalten an dem Ober-Straßheimer oder Löwen-Hof und an dem Hof Hasselheck vorbei bis an das Ostende von Ostheim (vgl. Abt. B Nr. 26 Kastell Friedberg). Von hier ab führt sie heutzutage bis zu dem Punkt 180,7 als Hohlweg erhalten, aber weiterhin durch die Feldbereinigung zerstört. Hingegen auf der alten hessischen Karte ist ihr weiterer Lauf noch angegeben. Auch im Gelände an den Resten einer Apfelallee noch kenntlich zieht die Weinstraße auf den Südausgang der alten Stadt Butzbach zu. Ihre Fortsetzung wird jenseits der Stadt mit der Landstraße nach Pohlgöns bis zum Windhof zusammenfallen, wo sie die Wasserscheide an der tiefsten Stelle überschritt. Sie trennte sich hier von der Landstraße nach rechts und zog nordwärts bis an den Südausgang von Kirchgöns, überschritt dann die Landstraße wieder und führte westlich an diesem Dorfe vorüber. Ein Arm muß sich dann nach Wetzlar ... aus und durchzog in östlicher Richtung die ganze südliche Wetterau.

... die über Nieder-Weisel und an Griedel vorbei, hier unter dem Namen Heerstraße, nach Holzheim und Grüningen führte.

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Zwischen Preungesheim und Bonames, wo die römische Straße teilweise mit der heutigen Landstraße zusammenfällt, liegen an ihr römische Gräber und Reste römischer Ansiedlungen.

3. Eine Straße nach Heddernheim muß bereits für die domitianische Zeit angenommen werden, obgleich sich der Straßenkörper in der Stadt und in dem auch außerhalb überall bebauten Gelände nicht hat nachweisen lassen. Wolff zählt indes sechs verschiedene Fundorte römischer Überreste auf, die alle in einer fast mathematisch geraden Linie zwischen dem ... Jenseits der Nidda wird die Fortsetzung durch die Lange Meile gebildet, die teils als Gemarkungsgrenze, teils als Feldweg erhalten und längst als Römerstraße erkannt ist (Wolff,

Für die römische Benutzung des vorrömischen Weges bis Preungesheim sprechen Funde in dem Frankfurter Friedhof. Zwischen Preungesheim und Bonames, wo die römische Straße teilweise mit der heutigen Landstraße zusammenfällt, liegen an ihr ... von Preungesheim ab erhalten oder sicher nachgewiesen, mit einigen Biegungen über Petterweil, Okarben mehr als 2 km weit rechts lassend, an Ober-Wöllstadt vorbei nach Friedberg. Zwischen Preungesheim und dem Ulmenrick ist ihr Steinkörper erst im Anfange der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts beseitigt worden. Östlich von Rodheim führt sie den Namen Heerstraße. Die heutige Landstraße von Ober-Wöllstadt nach Friedberg folgt von ihrem ersten Knick ab der Heerstraße, die somit in die Hauptstraße der Stadt Friedberg überging (Abt. B Nr. 26 Kastell Friedberg, Kartenbeilage Straße F als von Heddernheim kommend bezeichnet; sie bildet aber nur mit der Steinstraße K 6, die sie zwischen Nieder-Erlenbach und Petterweil schräg überschneidet, die Verbindung zwischen Heddernheim-Nida und Friedberg).

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6. Nach dem Kastell Okarben. Von der vorigen Straße zweigte 400 m vor dem Nordtore der Stadt Nida eine Straße im Bogen nach Nordosten zu ab und zog in zwei, nur durch eine Biegung um die Niddaschleife bei Bonames unterbrochen, geraden Stücken nach dem Südtore des Kastells Okarben. Unter dem Namen Steinstraße oder Zeil war sie bis zur Feldbereinigung noch an vielen Stellen begangen. Ihr 5,8 - 6,0 m breiter, gewölbter Unterbau aus mehreren Kieslagen mit großen Randsteinen neben den 11/2 m breiten und 1 m tiefen Gräben kam bei den Ausgrabungen Wolffs mehrfach deutlich heraus (vgl. die in der Flur Am Zeilweg bei Heddernheim und bei Nieder-Erlenbach von Wolff aufgenommenen Profile Taf. 21 Fig. ...

Seite 253:

2. Nach dem Kastell Marköbel.

Diese die ganze Wetterau von Westen nach Osten beinahe gerade durchschneidende Militärstraße ist fast überall an mehr oder weniger deutlichen Spuren erkennbar oder durch Ausgrabungen festgelegt worden. Sie zweigte 480 m von dem Südtore der Saalburg von der Heddernheimer Straße K 5 nach Südosten ab und zog in der Flucht des oberen Rotlaufweges in gerader Linie bis zum Erlenbach, der bei der Nadelmühle überschritten wurde (L. Jacobi a.a.O. S. 31,2). Hier mündet eine von der Kapersburg kommende, wahrscheinlich schon vorrömische, aber von den Römern ausgebaute Straße, der Hühnerpfad, in die Hauptstraße ein (s.u. zu M 4). Die Hauptstraße wendete sich jetzt ganz nach Osten und lief l km südlich an Okarben vorüber (Abzweigung dahin bei Petterweil s.u. unter M 3) und mit einer nur ...

Seite 254:

1. Über die Straße über Vilbel nach Frankfurt und nach dem Mainübergang bei Bürgel s.o. unter F 6 und G 2.

2. Über die direkte Straße nach Heddernheim s.o. K 6 und über die vermutete ältere Verbindung mit Heddernheim unter K 7 (Anmerkung).

3. Nach der Saalburg. Wolff nahm einen älteren Weg nach der Saalburg an, der vom Südtore des Okarbener Kastells über die Riedmühle nach Petterweil und von dort über die Nadelmühle nach der Saalburg gezogen, von Petterweil ab später ...

4. Von einer Straße nach dem Kastell Kapersburg erwähnt Wolff Reste in der Gemarkung Rodheim. Nördlich von Köppern läßt er sie mit der Gemarkungs- und Landesgrenze zusammenfallen und bei Höhe 275,7 in den Hühnerpfad übergehen, einen vermutlich von den Römern ausgebauten vorrömischen Weg, der sich in der römischen Zeit bei der Nadelmühle von der Straße M 3 abgezweigt zu haben scheint und gerade zu dem ...

Bei dem Höhenpunkt 275,7, wo die Karte ein Hügelgrab angibt, berührt der Weg die heutige Fahrstraße, die von Rodheim an dem Pfahlborn vorbei und den Limes bei Wp 6 kreuzend nach Wehrheim führt. Die Fahrstraße könnte hier einem alten, womöglich vorrömischen Weg entsprechen (vergl Kofler, Westdt. Zeitsch.). Der Hühnerpfad könnte sich auch erst bei Drei Eichen von dem alten Weg abgezweigt haben, wenn er nicht überhaupt, wie Kofler annimmt, von Köppern oder noch von weiterher kommt.

5. Nach dem Kastell Friedberg. In der Verbindungslinie zwischen dem Nordtore des Kastells Okarben und Friedberg hat Wolff zwei übereinanderliegende Straßenkörper festgestellt, der untere aus einer 4 m breiten Kiesschüttung mit Gräben, der obere aus einer 6,5 m breiten Packung aus groben Kieseln (s. das Profil Tafel 21 Fig. 10). Nach ihren Spuren in der Nähe von Friedberg scheint die Straße, deren Entstehung als Militärstraße in die Frühzeit gehört, auch nach der Räumung des Kastells Okarben als Teil der Hauptverkehrslinie nach dem Limesdurchgang bei Butzbach noch von Bedeutung gewesen zu sein. Bei dem Neuherberger Hof südlich von Nieder-Wöllstadt zweigte sich anscheinend eine Straße nach Nordosten zu der folgenden Straße Nr. 6 ab (Wolff, Südl. Wetterau S. 34 Abs. 2—3, S. 166 [Niederwöllstadt] und Abt. B Nr. 25a S. 6 Abs. 4 S. ... Bei Echzell könnte die 550 m südsüdwestlich von dem Alenkastell am Biederichgraben 400 m von der Horloff gefundene Straße mit der von Okarben kommenden identisch sein, zumal wenn sie ursprünglich auf das ältere Kohortenkastell gerichtet war (vergl. ... Da, wo sie vom Dachspfad gekreuzt wird, der der römischen Straße M 5 Okarben - Friedberg ungefähr entspricht, läuft unsere Straße l,3 km südlich von der römischen Stadt, 1,85 km von dem Kastell an Friedberg vorüber.

Nach Friedberg fiel die direkte Verbindung bis zum Mainzer Kopf mit der vorigen Straße Nr. 3 zusammen, die hier wohl dem Zuge dieser älteren Verbindungsstraße gefolgt ist. Dann verlief sie etwas mehr nördlich, wo ein alter Hohlweg, der Viehtrieb, ihr zu entsprechen scheint, nach Ockstadt und zwischen römischen Niederlassungen hindurch an der St. Georgskapelle vorbei nach dem Friedberger Burgkastell ...

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1. Über die Straße nach Kesselstadt s.o. unter H 4. 2. ...

6. Nach Friedberg. Vom Osttore des Kastells ging eine Straße aus, deren geraden Verlauf Wolff 150 m weit an der Burg im Ostheimer Wald vorbei, über den Wartberg zwischen Eichen und Bönstadt und nordöstlich an Assenheim vorüber bis Fauerbach an mannigfachen Anzeichen nachgewiesen hat.

Seite 257:

3. Nach Ober-Florstadt.

Die große Straße, die von den Römern quer durch die Wetterau von der Kapersburg nach Ober-Florstadt gebaut worden ist, hat sich zunächst im Gebirge als alter Waldweg erhalten. Von der Stelle ab, wo 500 m nordöstlich des Kastells aus der Richtung von Wehrheim und Pfaffenwiesbach kommende Wege zusammentreffen, zieht er über das Marienbild nach der Höhe 420,3 und mit kurzer, nordöstlich gerichteter Ausbiegung vor dem Mainzer Kopf in genau östlicher Richtung fast gerade hin zu der Weinstraße, die er 400 m nördlich des Straßheimer Hofes kreuzt. Auf diesem ganzen Abschnitt bildet der Weg die Grenze der Gemarkungen Rosbach und Straßheim gegen Ockstadt. Auch in den anschließenden Feldern setzt sich die Straße, jetzt durch Umlegen der Feldwege hie und da unterbrochen, unter dem Namen Wehrheimer Hohlweg, Der grüne Weg und Wingertsgasse, abschnittsweise auch wieder Gemarkungsgrenzen bildend, nach Osten fort (vgl. Abt. B Nr. 26 Kastell Friedberg Kartenbeilage).

... -grenzen 1 km nordöstlich von Bruchenbrücken und über die Platte gezogen und bei Fauerbach etwa in die von Heldenbergen kommende Straße N 4 übergegangen sein. Dabei ergibt sich allerdings keine ganz gerade Linie.

Über die Straße über Rodheim nach Okarben s.o. unter M 4.

Über die Straße über die Nadelmühle und Petterweil nach Okarben s.o. unter J 2 und M 4.

Seite 258:

Von dem Höhlchen zog sie mehr als 2 km weit genau gerade über die Höhe 145, 5 zum Südende von Bauernheim, überschritt hier die Wetter, führte an einer römischen Fundstätte bei der Südgrenze der Gemarkung Dorheim vorbei, wo sie teilweise unter der heutigen Vizinalstraße liegen wird, und weiterhin als Feldweg bis zu der Kreuzung der Main-Weserbahn mit der römischen Straße Friedberg — Echzell unweit des Friedberger Burgkastells. Überreste des Straßenkörpers hatte Wolff nicht gefunden.

Seite 260:

... und ziemlich genau nach Westen velaufen zu sein. Nach der alten topographischen Karte zog in dieser Richtung ein jetzt verschwundener, mehrfach gebogener Weg durch die Felder. Unter ihm hat Goldmann Reste eines älteren Kiesweges festgestellt. Auch im Wald verlaufen verschiedene alte Hohlwege in derselben Richtung, und auf der Nordseite des Wintersteins treffen 500m östlich vom Forsthaus eine ganze Anzahl derartiger alter Wege zusammen, die vereinigt über das Forsthaus nach dem Limes führen und den Pfahl zwischen der Kaisergrube und Wp. 16 auf dem Gaulskopf überschreiten.

Auch über den Nordwesthang des Wintersteins laufen alte Wege, die jene Hohlwege fortzusetzen scheinen, in südwestlicher Richtung nach dem Limes, den sie bei dem Kleinkastell Ockstadt ...

Von da führt dem Limes entlang eine streckenweise als dammartige Erhöhung kenntliche Straße nach der Kapersburg. ... Denn da, wo dieser Weg die heutige Talstraße erreicht, geht von ihr ein Weg nach Norden ab, der das Wiesental als 5 m breiter Damm mit festem Kieskörper rechtwinklig überquert (vgl. ...

Seite 266:

... Von Echzell bis zur Kreuzung mit der Landstraße von Wölfersheim nach Berstadt ist sie als Vizinalstraße modern ausgebaut. Etwa 1000 m vor und 300 m jenseits der Kreuzung bildet die Römerstraße Gemarkungsgrenzen. Von der Kreuzung ab dient sie bis zur Höhe 155,4 900 m weit als Feldweg. Dann ist sie 1300 m weit bis zum Westende von Wohnbach in der Flur An der Echzeller Straße heutzutage überackert, aber auf der topographischen Karte von 1836 noch als Feldweg angegeben. Bis zum Großen Wald läuft die Landstraße nach Münzenberg auf der Römerstraße. In dem Wald ist sie als breiter Weg nahezu unverändert erhalten und bildet zugleich die Grenze zwischen den Gemarkungen Wohnbach und Obbornhofen.

Seite 267:

Die Straße zog dann durch das sogenannte Ried auf der Westseite der Horloff. In Urkunden des 14. die Kofler anführt, wird sie mehrfach als "rietweg" angeführt. Nach Kofler hat sich das Pflaster vielfach erhalten. Zuerst scheint sie von der heutigen Landstraße nach Berstadt verdeckt zu sein, die als Fortsetzung der Hauptstraße von Echzell statt in der Richtung des alten Weges zuerst 2,7 km weit gerade nach Nordnordosten zieht und dann nach Westen abbiegt und mit der von Grund-Schwalheim kommenden Landstraße nach Berstadt führt. Nach der Karte von 1836 setzte sich die nordwärts gerichtete Linie in einzelnen Wegestücken bis zum Horloffbogen östlich von Utphe fort. Von da schlug sie mit einem durch den Flußlauf bedingten stumpfen Winkel über Trais-Horloff die Richtung auf das Kastell Inheiden ein. ...

Kofler führt alte Straßen S. 144 eine Arnsburger Urkunde von 1379 mit der Ortsangabe "uffe der alden strassen von Berestad gein Veltheim" und erwähnt, dass der oben bezeichnete weg noch zu seiner Zeit alte Straße genannt wurde. Die alte Friedberger Poststraße über Berstadt nach Hungen, die Kofler damit in Zusammenhang bringt, ging natürlich wie die heutige Chaussee über Utphe und Inheiden.

6. Nach dem Kastell Inheiden (Kartenbeilage 5)...

1) K. Th. Ch. Müller gibt auf der oben S. 235 Anm. l erwähnten Übersichtskarte von 1933 unter Nr. 18 eine alte Straße an, die von Assenheim über Wölfersheim, Wohnbach nach Bellersheim und unter dem Namen „Straße durch die kurzen Hessen" über Hungen nach Grünberg zog. Die Straße muß bei dem ...

aus: Westdeutsche Zeitschrift f. Geschichte u. Kunst, 1897

Seite 137:

... weit die Grenze zwischen hessendarmstädtisch und homburgischem Gebiete bildend, bei Holzhausen über den Erlenbach, dann über den Beinhardshof nach Oberrosbach geht."
Dieser Zug ist auf der Reichskarte, die Strecke Heddernheim - Kalbach ausgenommen, ganz leicht mit topographischen Linien verbunden zu verfolgen, aber es ist dann keine gerade Linie. Was wir auf der Hammeranschen Karte sehen, ist eine von der Saalburg-Heddernheimer Route abzweigende aus 4 geradlinigen Segmenten zusammengesetzte Kurve, welche der über vorher aufgezählte Objekte hinweg verlaufenden ähnelt, aber nicht durch Ober-Rosbach geht, sondern einige Kilometer südlich obenerwähnten Ortes mit der Richtung auf Nieder-Rosbach senkrecht in die Linie Capersburg - Sauerbrunn, deren Geradlinigkeit ich abermals bezweifle, einmündet.

Diese beiden Routen dienen mir als Beispiele nicht geradlinigen Verlaufs, ebenso die Verbindung „Lange Meile" zwischen Homburg und Bonames, deren flache Kurve man über Homburg und den Glockenstein, dann nördlich Dornholzhausen vorüber bis in die von Heddernheim zur Saalburg führende Römerstrasse auf dem ... bezweifle ich auch die ganz geradlinige Führung letzterwähnter Strasse von Dornholzhausen nördlich bis zur Saalburg. Dieselbe verbindet dem Eintrag auf der H.-Karte nach zu schliessen die beiden Punkte Heddernheim und Saalburg ganz geradlinig. Dafür sprechen auch zwei allerdings in stumpfen Winkel gebrochene 1,5 und 1,3 km lange geradlinig verlaufende Segmente von der Saalburg hinweg südwärts, ...

aus: Westdeutsche Zeitschrift f. Geschichte u. Kunst, 1901

Seite 213:

Pariser Strasse

Sie verläßt Mainz in der Nähe von Zahlbach und läuft unter dem Namen "Saulheimer Strasse" an Klein-Winternheim vorüber, wo noch im Namen Wartberg eine Erinnerung an eine hier befindliche Warte liegt, zunächst nach Nieder-Olm. Von hier ab heisst sie bis Nieder-Saulheim "hohe Strasse". Von diesem Orte aus, dem Kreuzungspunkt mit der Ingelheimer Strasse (Ingelheim-Worms) führt sie den Namen "alte Strasse" bis nach Wörrstadt, wo sie die Heerstrasse oder Bingen-Wormser Strasse schneidet. Sie zieht von Wörrstadt aus ...

Seite 224:

In Wörrstadt schneidet Strasse XIX die alte oder hohe Strasse, Mainz — Wörrstadt — Kriegsfeld (V) und es geht auch von hier aus die "Heerstrasse" Vb nach Partenheim ab, deren Fortsetzung nicht festgestellt werden konnte.

XIXd. Heerstrasse H

ab in der Richtung von Jugenheim und der Gersterstrasse (Va), XX Worms - Oberingelheim - Niederingelheim, Heerweg (C) hohe Strasse (F) Ingelheimer Strasse (A), Saulheimer ...

Saulheimer Strasse (B)

Dieser alte Weg beginnt unter dem Namen Saulheimer Strasse in der Nähe von Odernheim, wo er aus der Strasse XIX heraustritt. Er läuft ohne einen anderen Ort zu berühren nach Nieder-Saulheim ...

Die Ingelheimer Strasse scheint durch den Steinweg (III b) eine Verbindung mit dem Rheine bei Frei-Weinheim gehabt zu haben. An das im Jahre 1391 erwähnte ...

Eine zweite Ingelheimer Strasse (B) geht von Wallertheim aus nördlich; über ihre weitere Richtung geben die Flurkarten keinen Aufschluss.

Seite 225:

Strassenverzeichnis

IVe. Strasse B. 213
IVf. Strasse C. 213
IVg. Die Kaiserstrasse A oder Heerstrasse B. 213
V. Mainz - Wörrstadt- Alzey, Saulheimer Strasse A. 213